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📖Fachbegriffe & Rechtsgrundlagen

Immobilien-Glossar

Die wichtigsten Fachbegriffe für den Wohnungskauf — kurz erklärt und belegt.

Wichtige Definitionen

Kaufpreisaufteilung (Gebäudeanteil vs. Bodenwert)

Die steuerliche Aufteilung des Gesamtkaufpreises einer Eigentumswohnung auf den nicht abnutzbaren Grund und Boden sowie das Gebäude. Nur der Gebäudeanteil darf über die AfA steuerlich abgeschrieben werden.

Praxisrelevanz: Ein höherer Gebäudeanteil (z. B. 75 % statt 60 %) führt zu höherer jährlicher Abschreibung und senkt direkt Ihre Steuerlast.

Restnutzungsdauer-Gutachten (§ 7 Abs. 4 Satz 2 EStG)

Ein bautechnisches Gutachten eines zertifizierten Sachverständigen, das nachweist, dass die tatsächliche Restnutzungsdauer eines Gebäudes kürzer ist als die gesetzliche Typisierung von 33 bzw. 50 Jahren.

Praxisrelevanz: Verkürzt sich die Restnutzungsdauer beispielsweise auf 25 Jahre, steigt der jährliche AfA-Satz von 2 % bzw. 3 % auf 4 %, was massive Steuervorteile freisetzt.

Sonderumlage & Instandhaltungsrücklage

Die Instandhaltungsrücklage ist das gemeinsame Sparkonto der WEG für anstehende Reparaturen. Reicht diese bei größeren Sanierungen (z. B. Dach oder Heizung) nicht aus, beschließt die Eigentümerversammlung eine Sonderumlage.

Praxisrelevanz: Eine unvorhergesehene Sonderumlage von 5.000 € bis 15.000 € kann die Liquidität im ersten Haltejahr empfindlich belasten. Ein Blick in die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen ist Pflicht.

Mietpreisbremse (§ 556d BGB)

Gesetzliche Deckelung der Wiedervermietungsmiete in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt (wie Bonn und Köln) auf maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete laut Mietspiegel.

Praxisrelevanz: Wer eine überhöhte Miete ansetzt, riskiert Rügen und Rückforderungen. Ausnahmen gelten für Neubau ab 2014 oder umfassende Modernisierungen.

Teilungserklärung & Aufteilungsplan

Die notarielle Urkunde, durch die ein Grundstück in Miteigentumsanteile und Sondereigentum (die konkrete Wohnung) aufgeteilt wird. Sie legt fest, was Sondereigentum, Gemeinschaftseigentum und Sondernutzungsrecht (z. B. Stellplatz, Garten) ist.

Praxisrelevanz: Die Teilungserklärung bindet jeden Rechtsnachfolger und regelt auch die Kostenverteilungsschlüssel der Eigentümergemeinschaft.

Grunderwerbsteuer (GrESt)

Ländersteuer auf den Erwerb von Grundstücken und Eigentumswohnungen in Deutschland. Sie wird fällig nach Beurkundung des Kaufvertrags und ist Voraussetzung für die Erteilung der Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

Praxisrelevanz: In Nordrhein-Westfalen (Bonn & Köln) beträgt die Grunderwerbsteuer 6,5 % des Kaufpreises und zählt zu den reinen Eigenkapital-Nebenkosten.

Beleihungsauslauf (LTV - Loan to Value)

Das prozentuale Verhältnis zwischen dem Nettodarlehensbetrag der finanzierenden Bank und dem von ihr ermittelten Beleihungswert der Immobilie.

Praxisrelevanz: Unter 80 % LTV gewähren Banken die günstigsten Zinskonditionen. Über 90 % steigen die Zinsaufschläge spürbar.

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